Delir im Krankenhaus“ an der Evangelischen Hochschule Nürnberg


Das zweijährige Projekt zur perioperativen Delirprophylaxe wurde im Februar diesen Jahres erfolgreich beendet. Seitdem erfolgt nun die besondere Begleitung delirgefährdeter Patienten im Routinebetrieb weiter.

Die wichtigen Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Projekt wurden nun am 27.11.2015 in Form eines Symposiums an der Evangelischen Hochschule Nürnberg der Fachöffentlichkeit vorgestellt. In enger Kooperation und Absprache mit dem Klinikum Neumarkt hatte die EVHN ein bewusst interdisziplinär ausgerichtetes Programm erstellt. Über 70 Teilnehmer aus Pflege und Medizin und einer Vielzahl von Einrichtungen nahmen die Gelegenheit schließlich auch wahr, sich über den aktuellen Stand der Delirvermeidung und das „Neumarkter Modell“ der perioperativen Delirprophylaxe zu informieren.

In ihrer Begrüßung zeichnete die Präsidentin der EVHN, Fr. Prof. Dr. B. Städtler-Mach, kurz die Entstehungsgeschichte des Projektes nach. Dabei betonte sie die dem Projekt zugrunde liegende ethische Betrachtungsweise der Delirproblematik, verbunden auch von Seiten der Hochschule mit einem herzlichen Dank an den Initiator des Projektes, Hr. Dr. D. Wittek.

Der Vorstand des Klinikum Neumarkt, Hr. P. Weymayr machte in seinem Grußwort ebenfalls deutlich, dass primär ethisch motivierte Verbesserungen in der Patientenversorgung keinesfalls im Widerspruch zu kaufmännischen Aspekten der Krankenhausführung stehen müssen.

Herr Dr. A. Lütz, Anästhesist der Charité – Universitätsmedizin Berlin, eröffnete die Reihe der Fachvorträge mit seiner Darstellung des aktuellen Wissensstandes zur Delirproblematik und belegte mit eindrucksvollen Daten seine These, dass das Delir in seiner Ausbreitung und den Langzeitfolgen anderen Volkskrankheiten gleichzustellen ist.

Herr Prof. Dr. J. Härlein von der EVHN zeigte im anschließenden Referat auf, in welcher Art die Profession Pflege durch zielgerichtete Interventionen einen Beitrag zur Delirvermeidung und –behandlung leisten kann.

Herr PD Dr. U. Schwemmer, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Neumarkt, fügte anschließend die Perspektive der Medizin auf Delirvermeidung und –behandlung hinzu, und verdeutlichte dabei, dass nur im Zusammenwirken der Professionen alle Möglichkeiten der Delirprophylaxe auch zielgerichtet eingesetzt und realisiert werden können.

Als Höhepunkt der Fachvorträge stellte schließlich Frau J. Gerstmeier-Nehmer als ehemalige Projektkoordinatorin das „Neumarkter Modell“ zur perioperativen Delirprophylaxe vor. Das strukturierte Vorgehen, vor allem aber die nachweisbar positiven Ergebnisse des Projektes beeindruckten das Auditorium und wurden intensiv diskutiert.

Nach einer zu regem Austausch genutzten Mittagspause, gaben zwei der Delirbegleiterinnen des Klinikum Neumarkt, Frau R. Spies und Frau B. Einhaus, in einem offenen Dialog einen Einblick in ihre tägliche Arbeit. Sehr lebhaft und praxisnah zeichneten sie ein Bild davon, wie wichtig und sinnvoll die Delirbegleitung für die Patienten, aber auch deren Angehörige ist.

In der nachfolgenden Workshop-Reihe hatten die Teilnehmer des Symposiums dann Gelegenheit, einzelne Aspekte der Delirvermeidung mit den Experten zu vertiefen. Fr. Prof. Dr. Städtler-Mach und Hr. Dr. Wittek diskutierten mit den Teilnehmern die Frage einer ethisch gebotenen Verpflichtung zur Delirprophylaxe in den Kliniken, Fr. Gerstmeier-Nehmer gab wertvolle Erfahrungen und Tipps aus dem Neumarkter Projekt weiter und Hr. Krautz vertiefte die Frage nach den organisatorischen Rahmenbedingungen für die Implementierung einer Delirprophylaxe.

Somit war dieses Symposium von intensiven Informationen, vielen sehr praxisnahen Impulsen und einem regen und engagierten Austausch zwischen Teilnehmern und Referenten geprägt.

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